Umweltkennzahlen und Umweltbericht 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

Menschen, denen die Bewahrung der Schöpfung und ein nachhaltiger Umgang mit Natur, Mensch und sozialem Umfeld am Herzen liegen, brauchen derzeit starke Nerven. Der zunehmende Egoismus in unserer Gesellschaft kann einem schon sehr zu denken geben. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in vielen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union scheinen die humanitären und umweltpolitischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte innerhalb weniger Monate hinwegzufegen. Die aktuelle Leugnung des menschenverursachten Klimawandels durch die amerikanische Regierung und die nationalistischen Tendenzen bei uns und in unseren Nachbarländern sind nur zwei Beispiele dieser mensch- und naturverachtenden Entwicklung.

"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.", postulierte einst Mahatma Gandhi. Wie wahr! Diese tiefsinnige Lebensweisheit gibt mir persönlich den Mut, allen Widrigkeiten zum Trotz, weiterzugehen auf dem Weg zur Bewahrung der Schöpfung. Vielleicht nicht im Universum der Weltpolitik, aber zumindest im Mikrokosmos unserer Kirchengemeinde und unseres persönlichen Umfeldes.

Seit 10 Jahren machen wir nun schon Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in Nussdorf. Und jeden Tag aufs Neue bin ich dankbar über die Energie und begeistert von der Freude, mit der sich der Grüne Gockel entwickeln darf. Es ist schön zu sehen, wie selbstverständlich zum Beispiel der schöpfungsgerechte Umgang mit unseren Ressourcen mittlerweile geworden ist. Für die viele ehrenamtlichen Helfer aus der Gemeinde sowie die tolle Unterstützung durch Pfarrer Hartmut Nitsche und den Kirchengemeinderat, möchte ich mich im Namen unseres Umweltteams herzlich bedanken.

Der vorliegende Umweltbericht soll Ihnen einen schnellen Überblick über die Entwicklungen im vergangenen Jahr geben. Um Papier zu sparen, halten wir diesen gedruckten Bericht seit Jahren bewusst kurz. Detailliertere Informationen, die Umweltkennzahlen der letzten Jahre mit Erläuterungen und den aktuellen Stand des Umweltprogramms finden Sie auf unserer Homepage www.grüner-gockel-nussdorf.de.

Lassen Sie uns auch in diesem Jahr wieder gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und viele kleine Verbesserungen erreichen. Mir fällt in diesem Zusammenhang immer ein Lied ein, das wir schon oft gemeinsam bei Familienfreizeiten gesungen haben:
„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt
verändern, können nur zusammen das Leben bestehen. Gottes Segen soll sie begleiten, wenn Sie Ihre Wege gehen.“

Vielleicht können viele kleine Schritte im Kleinen dazu beitragen, die Welt im Großen ein wenig lebenswerter zu machen.

In dieser Hoffnung grüßt Sie herzlich

Stefan Schurr, Umweltbeauftragter der Kirchengemeinde Nussdorf

 

 

 

Die Nutzungsstunden im Gemeindehaus waren 2016 deutlich niedriger als 2015 und liegen jetzt wieder im Durchschnitt der letzten Jahre. Dies liegt vor allen an den wenigen Vermietungen (14 gegenüber 24 im Jahr 2015). Die Nutzungsstunden in der Kirche hingegen sind nahezu gleich geblieben.

Der gesamte Stromverbrauch hat sich um ca. 2% reduziert, was auf die geringere Nutzung im Gemeindehaus zurückzuführen ist. 2017 wird sich zeigen, in wie weit sich die Umrüstung auf die LED-Beleuchtung und das verbesserte Schalterkonzept auswirken werden.

Der Wärmeverbrauch hat sich trotzdem um 27,6% verschlechtert. Der deutliche Anstieg im Verbrauch von 55.710 kWh auf 71.085 kWh war jedoch absehbar. Er ist auf die umfangreichen Bauarbeiten im Eingangsbereich und die fehlende Deckenisolierung in den Sälen zurückzuführen. Die Isolierung der Decken sind Teil des Umweltprogramms bis 2018.

Der Wasserverbrauch im Gemeindehaus ist deutlich gesunken. Das liegt zum einen am hohen Verbrauch im Jahr 2015 durch vermehrtes Gießen im Jahrhundertsommer und der “Wasserspritzaktion” beim Martinsturmfest. Die 2014 und 2015 eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauches machen sich jetzt bezahlt.

Emmissionen / CO2-Bilanz

Unserer Photovoltaikanlagen haben 2016 etwa 23 Tonnen CO2 eingespart. Bei einem CO2-Ausstoss von etwa 3,4 Tonnen, haben wir - wie schon seit Jahren - eine deutlich positive CO2-Bilanz.