Zerstörung und Wiederaufbau

Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges wurde Nussdorf bei Kämpfen zwischen deutschen Verteidigern und vorrückenden Franzosen fast vollständig zerstört.

Zerstörung 1945

Zerstörte Martinskirche in der Dorfmitte

Pfarrverweser Wilhelm Deyhle schildert in der von ihm verfassten "Nussdorfer Kriegschronik 1945" das Ausmaß der Zerstörung:

"Es ist ein schmerzlicher Anblick: Wohin das Auge sich wendet – brandgeschwärzte Mauerreste, verkohlte Balken, ein wildes Gewirr von verborgenen, durchglühten Eisenteilen, Öfen, landwirtschaftliche Maschinen. Hier und dort ein bedrohlich überhängender Giebel, ein einsam ragender Schornstein inmitten eines wüsten Trümmerhaufens. Dazu ein ekelhafter Brandgeruch über dem Dorf. Die ganze Ortsmitte ist wie ausgestorben."

Eine erste Bestandsaufnahme der Zerstörungen ergab, dass 20 Gemeindeglieder umgekommen und 138 Familien obdachlos geworden waren. 309 von 447 Haupt- und Nebengebäuden waren total zerstört, davon 106 Wohnhäuser, 100 Ställe und 103 Scheunen. 250 Stück Vieh, etwa ein Drittel des Bestandes, waren verbrannt oder gestohlen und rund 2000 Obstbäume vernichtet.

Auch die beiden Kirchen brannten während der Kämpfe ab. Bei der Martinskirche war zudem der Schaden ungleich höher, da wegen des vielen Holzes der Kirchenbestuhlung und der Emporen die Hitzeentwicklung sehr viel stärker war. So waren hier die Umfassungsmauern teilweise ausgeglüht und vor allem das Chorgewölbe hatte so stark gelitten, dass beim ersten Regen ein großer Teil herunterbrach. Bei der Kirche zum Heiligen Kreuz auf dem Friedhof, die noch nie in ihrer Geschichte ein Gestühl gehabt hatte, waren nur die Dächer von Turm, Chor und Schiff oben weggebrannt. Das Mauerwerk darunter und insbesondere der Innenraum des Chores samt Gewölbe und den Fresken aus dem Jahr 1482 hatten keinen Schaden genommen. Sogar die Glasfenster im Chor waren unversehrt.

Wiederaufbau 1950 bis 1960

Wiederaufbau der Kirche zum hl. Kreuz

Es gelang dann auch tatsächlich, die Kirche zum Heiligen Kreuz zu retten und sie zur Gemeindekirche umzubauen. Das Notdach wurde 1950 ersetzt, bis 1960 kamen nach und nach die Bänke, der Glockenstuhl, zwei neue Glocken, die Orgel sowie der Turmhelm hinzu. 

1958 wurde schließlich auch der Martinsturm wiederaufgebaut und bald darauf mit Uhr und Glocken ausgerüstet. An der Stelle des Kirchenschiffs der Martinskirche steht seit 1981/82 das neue Gemeindehaus.